In Deutschland hatten wir in der besten Liga der Welt lange nichts zu melden. Einzig Detlef Schrempf konnte sich in der NBA etablieren. Doch dank Dirk Nowitzki, gibt es seit knapp 20 Jahren einen echten deutschen Superstar.
Dirk Nowitzki

Der Diggler, Flying Deutschmann oder German Wunderkind – Nowitzki hat in seiner Karriere viele Spitznamen getragen. Doch die größte Ehre, die einem in der NBA zu teil werden kann, ist es, wenn in Diskussionen über dich einzig der Vorname benutzt wird. Das hat Dirk geschafft. Auf Basketballplätzen in der ganzen Welt und in TV-Stationen hört man meist nur Dirk, wenn vom Würzburger die Rede ist. Ähnlich wie bei Kobe, Lebron oder Michael, weiß jeder Basketball-Fan wer gemeint ist.
Nowitzki wird als bester europäischer Spieler in der Geschichte seine Karriere demnächst beenden. Er befindet sich in den Top10 der meist erzielten Punkte (derzeit Platz 6) und Defensiv-Rebounds (derzeit Platz 8). Seine Statistik-Rekorde und Auszeichnungen sind so zahlreich, dass eine Auflistung den Rahmen hier komplett sprengen würde. Dabei galt die Leitfigur der Dallas Mavericks lange als „soft“, als jemand der in großen Momenten versagt und dem die nötige Härte fehlt. Dazu beigetragen hat sicherlich die Niederlage in den NBA-Finals im Jahr 2006, als Dallas nach 2-0 Führung die Serie noch gegen die Miami Heat verloren hat. Was folgte, war die Auszeichnung zum MVP. Als erster und bisher einziger Spieler aus Europa wurde Dirk mit dem Preis für den wertvollsten Spieler der besten Basketball-Liga der Welt geehrt. Was kam danach? Ein Erstrunden-Aus gegen die achtplatzierten Golden State Warriors. Es sollte wieder nicht sein. Die Zweifler an Nowitzkis mentaler Stärke fühlten sich erneut bestätigt.
Dann kam das Jahr 2010 und Nowitzki, der in seiner Karriere in den Playoffs im Schnitt 20+ Punkte und 10+ Rebounds pro Spiel hingelegt hat, konnte den Bann brechen und holte tatsächlich die Meisterschaft nach Dallas. Noch vor der Schlusssirene im entscheidenden Spiel gegen die Miami Heat verließ er den Platz und stürmte in die Kabine. Zu überwältigend waren die Emotionen! Er brauchte einen Moment für sich alleine. Seine Trainer und Teamkollegen mussten ihn zurück in die Arena bringen, denn dort bekam er die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Finals. Leider kamen danach wieder schlechtere Jahre, der Clubbesitzer Marc Cuban konnte die Mannschaft nicht zusammen halten und bis heute versuchen die Mavericks vergeblich zu altem Glanz zurück zu finden. Aber dieser eine Moment wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Vielen Dunk Dirk!
Dennis Schröder

Der pfeilschnelle Aufbauspieler der Atlanta Hawks ist die größte Hoffnung auf weitere deutsche Erfolge in der NBA. Schröder wird in der Saison 2016/17 zum ersten Mal der nominelle Starter der starken Mannschaft aus Atlanta sein. Die letzten Jahre musste er noch hinter Jeff Teague zurück stecken, doch auch von der Bank kommend konnte er den Hawks das ein oder andere Mal Spiele gewinnen. The Menace ist mit 23 Jahren noch sehr jung für einen Pointguard und wird in seiner neuen Rolle sicherlich noch viel Lehrgeld zahlen müssen. Seine Entwicklung in den letzten Jahren war jedoch sehr beeindruckend und bei VielenDunk sind wir der Meinung, dass Dennis gewappnet ist für die Position als Starter.
In Braunschweig geboren, als Sohn einer gambischen Mutter und deutschen Vaters, wollte Schröder immer nur eines – Basketball spielen. Bereits mit elf Jahren begann er mit dem Leistungssport, um sein großes Ziel, NBA-Spieler zu werden, wahr werden zu lassen. Im Jahr 2013, nach einigen Jahren bei den Basketball Löwen Braunschweigs, meldete er sich zum Draft an und wurde an 17.Stelle von den Atlanta Hawks gepickt. Für die Zukunft wünschen wir alles Gute und hoffen das er im Pick and Roll mit Dwight Howard eine genauso gute Figur abgibt, wie zuvor mit Al Horford.
Deutsche NBA Spieler
In der Geschichte der NBA gab es 10 deutsche Basketballer, die in Clubs der nordamerikanischen Profiliga gespielt haben. Außer Dirk Nowitzki und Dennis Schröder waren das Frido Frey (1946/47), Uwe Blab (1985-1990), Christian Welp (1987-1990), Detlef Schrempf (1985-2001), Tim Ohlbrecht (2013), Elias Harris (2013) und Tibor Pleiß (2015/16). Pleiß wurde erst in diesem August von den Utah Jazz zu den Philadelphia 76ers getradet und sofort entlassen. Daraufhin schloß er sich Galatasaray Istanbul in der Türkei an. Paul Zipser wurde in diesem Jahr von den Chicago Bulls gedraftet und steht derzeit im Kader der Pre-Season. Wir wünschen ihm, dass er auch in der regulären Saison ein wenig NBA-Luft schnuppern darf.
